MARK GALLIKER, BERN, MADELEINE GRIVEL, RONTAL/EBIKON, MARGOT KLEIN, MANNHEIM Abhängig vom Abhängigen: Gibt es Auswege?Eine Studie zur Partnerzentriertheit in Beziehungen mit und ohne Alkoholproblematik Übersicht: Zur Beantwortung der im Haupttitel gestellten Frage wurde eine Untersuchung durchgeführt, deren Ziel die Bestimmung der Besonderheit der Abhängigkeit von Partnerinnen alkoholabhängiger Männer war. Als Hauptgruppen wurden Frauen alkoholabhängiger Männer und Frauen von Männern ohne Alkoholprobleme einander gegenübergestellt und auf mögliche Unterschiede überprüft. Im Weiteren wurden erwerbstätige Frauen und nicht erwerbstätige Frauen sowie Frauen mit Kindern und kinderlose Frauen miteinander verglichen. Die an der Untersuchung teilnehmenden Frauen (N=160) gaben zustimmende oder ablehnende Antworten zu einfachen Statements ihre Partnerzentriertheit bzw. ihre Partnerdezentriertheit betreffend. Das auffälligste Ergebnis der Studie ist, dass sich Frauen in Beziehungen mit und ohne Alkoholproblematik in ihrer Partnerzentriertheit nicht signifikant voneinder unterscheiden. Hingegen erwiesen sich Frauen ohne Kinder sowie Frauen, die nicht erwerbstätig sind, relativ häufig als partnerzentriert. Diese Ergebnisse sprechen gegen ein rein psychologisch verstandenes Konzept der Ko-Abhängigkeit, das wichtige Lebensbedingungen der Frauen nicht berücksichtigt. Konsequenzen hinsichtlich der Angehörigenberatung werden diskutiert. Schlüsselwörter: Abhängigkeit, Ko- Abhängigkeit, Partnerzentriertheit, sozioökonomische Lebensbedingungen, Angehörigenberatung, psychosoziale Beratung |